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Ulm, Zeughaus, Sanierung des Löwen- und Reiterbaus

Bild: Ansicht Löwenbau

Bild: sanierter Reitersaal

Bild: neue Cateringküche

Bild: Blick in den Reitersaal

Bild: sanierter Löwenbau
 

Fotos:
Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Ulm 


 

  

Beschreibung

Das Zeughaus wurde 1433 erstmals erwähnt.
Durch mehrfache Erweiterungen (um 1522, 1596 und 1626) sowie durch den Neubau des Löwenbaus 1667 entstand ein weitläufiger Gebäudekomplex. Dieser diente der freien Reichsstadt Ulm als Waffen-­ und Munitionslager; zeitweise auch als Münzstätte, bis diese 1809 ein Teil des Königreiches Württemberg wurde. In der Zeit von 1808 bis 1919 wurde die Anlage als Kaserne genutzt.
Der Komplex ist im 2. Weltkrieg stark beschädigt worden. Von der baulichen Anlage aus der Renaissancezeit sind nur noch die Außenmauern zu sehen. Weitgehend erhalten blieben jedoch der Löwenbau und der benachbarte Reiterbau. Beide stammen aus der Mitte des 17. Jahrhunderts.

Bereits in den 1970er Jahren erfolgte die Restaurierung der von Kriegszerstörung verschonten Gebäudeteile. Die beiden wiederhergestellten Säle werden seitdem für Veranstaltungszwecke genutzt.

Durch bauliche Abnutzung, veränderte Brandschutzanforderungen, sowie einer abgängigen Bautechnik, ergab sich 2015 ein dringender Sanierungsbedarf für beide Säle und für die dazugehörenden sanitären Einrichtungen.
Die Säle werden durch ein gemeinsames Treppenhaus erschlossen. Die zugehörigen sanitären Einrichtungen befinden sich im darunterliegenden Untergeschoss. Diese können über einen vorhandenen Aufzug erreicht werden.
Im Rahmen der durchgeführten Maßnahmen wurde der Brandschutz ertüchtigt und ein neues Fluchtwegekonzept erarbeitet. Beide Säle bekamen barrierefreie Zu-­ und Ausgänge und es wurden zusätzlich notwendige Fluchtwege eingerichtet. Die Elektroinstallation, die Brandmeldetechnik und die Beleuchtung wurden erneuert.
Vollständig überarbeitete sanitäre Anlagen und ein neues barrierefreies WC stehen Besuchern zukünftig zur Verfügung.
Im Reiterbau wurde die vorhandene Küchentheke entfernt und durch eine Cateringküche als Küchenrondell ersetzt. Der neue Küchenbereich kann im Bedarfsfall verschlossen werden. Die veränderte Anordnung ermöglicht den Raum optimaler zu nutzen.
Um die Raumakustik im Reiterbau zu verbessern, wurden akustisch wirksame Wandpaneele auf die Wandflächen aufgebracht, die den Charakter des Raumes kaum verändern.

Unter Berücksichtigung restauratorischer Vorgaben sind alle Oberflächen überarbeitet und ergänzt worden.

Alle erforderlichen Maßnahmen sind mit dem Landesdenkmalamt abgestimmt worden.

Mit der aktuellen Sanierung wurde die Attraktivität der Säle wiederhergestellt und die Räumlichkeiten können von der Öffentlichkeit wieder für Feierlichkeiten und Tagungen angemietet werden.

 
 
Projektdaten

Bauherr:
Land Baden-Württemberg vertreten durch Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Ulm

Nutzer:
Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Planung und Projektleitung:
Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Ulm

Bauleitung:
Herbert Birle freier Architekt, Ulm

Elektro + HLS Planung:
Conplaning Gmb, Ulm

Bauphysik:
um+t Umweltingenieure GmbH, Ulm

Brandschutz:
mhd Brandschutz Ingenieurpartnerschaft, Ulm

Gesamtbaukosten:
800.000 €

Bauzeit:
Januar 2016 - Januar 2017


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